Selektive Pränataldiagnostik – zwischen reproduktiver Selbstbestimmung, Reproduktiver Gerechtigkeit und Inklusion
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Abstract
Der Beitrag reflektiert und diskutiert sozialethische und gesellschaftliche Auswirkungen selektiver Pränataldiagnostik (PND) kritisch, um den Blick von der dominierenden individualistischen Perspektive um machtkritische und gesellschaftspolitische, insbesondere feministische und behindertenpolitische Dimensionen zu erweitern. Die Einführung neuer nichtinvasiver Pränataltests (NIPT) verdeutlichte das Spannungsverhältnis zwischen dem Recht auf reproduktive Selbstbestimmung und dem Existenzrecht von Menschen mit Behinderungen (Tolmein 2012). Vor dem Hintergrund medizinisch-technischer Entwicklungen zeigt sich eine Ausdifferenzierung des Selbstbestimmungsdiskurses in zwei Richtungen – einer (neo)liberal geprägten Interpretation im Sinne eines Anspruchsrechts (Beier/Wiesemann 2013) stehen zunehmende elterliche Präventionspflichten gegenüber (Baldus 2020). Exkludierenden konzeptuellen Tendenzen soll abschließend im Rahmen des Konzeptes der Reproduktiven Gerechtigkeit begegnet werden.
Bibliographie: Koopmann, Lisa: Selektive Pränataldiagnostik – zwischen reproduktiver Selbstbestimmung, Reproduktiver Gerechtigkeit und Inklusion, GENDER – Zeitschrift für Geschlecht, Kultur und Gesellschaft, 2-2026, S. 120-134.
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